Presse 2026
Der Fluch des Gewinners
01.06.2026, Frankfurter Allgemeine Zeitung
In seiner Kolumne „Hanks Welt" widmet sich Rainer Hank dem Phänomen des „Fluchs des Gewinners" bei Auktionen – also der Tendenz, dass bei Unsicherheit über den wahren Wert eines Gutes oft derjenige Bieter gewinnt, der ihn am stärksten über- oder unterschätzt. Anhand von Beispielen wie dem Online-Buchhandel, öffentlichen Bauvergaben und der UMTS-Lizenzversteigerung von 2000 zeigt der Artikel, wie Preiswettbewerb mitunter Qualität verdrängt und zu wirtschaftlich nachteiligen Ergebnissen führt.
Axel Ockenfels ordnet das Phänomen ein und verweist auf Möglichkeiten eines klügeren Auktionsdesigns – etwa indem Bietern erlaubt wird, während des Verfahrens von den Geboten anderer zu lernen, oder indem Qualität gezielt als zusätzliches Kriterium honoriert wird. Der Artikel verdeutlicht zugleich die Grenzen solcher Designs und unterstreicht die Relevanz auktionstheoretischer Forschung für aktuelle wirtschaftspolitische Debatten.
Eine CO₂-Abgabe an den europäischen Grenzen ist eine gute Idee, hat aber offensichtliche Grenzen
07.03.2026, Le Monde
Die europäische Klimapolitik, bisher auf einseitige Emissionssenkungen ausgerichtet, gerät unter wachsenden politischen und wirtschaftlichen Druck, während die USA unter Trump ihre Klimaregulierung zurückfahren und die öffentliche Unterstützung für Klimaschutz schwindet. Axel Ockenfels, Catherine Wolfram und Christian Gollier plädieren dafür, europäische Klimapolitik stärker auf internationale Kooperation auszurichten, um Wettbewerbsnachteile zu verringern und die Wirksamkeit von Maßnahmen zu erhöhen. Das EU-Emissionshandelssystem habe seit 2005 die Industrieemissionen fast halbiert. Der neue CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ermutigt zudem Exportländer, eigene CO2-Preise einzuführen, statt Abgaben an die EU zu zahlen. Ähnliche Mechanismen entwickeln bereits Australien, Großbritannien, Kanada und die Türkei – ein vielversprechender, aber noch fragiler Trend.
Regierungsberater kritisiert Organgesetz
27.03.2026, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Der Bundestag hat am 26.03.2026 die Überkreuzspende bei Nieren beschlossen, wie sie in vielen europäischen Ländern bereits erlaubt ist und begegnet so dem Problem der Inkompatibilität bei der Nierenspende. Nun können jeweils die Spender eines inkompatiblen Tauschpaares ihre Niere an die Empfänger eines anderen inkompatiblen Paares geben. Axel Ockenfels hat am Gesetzentwurf mitgewirkt und lobt die Reform, kritisiert jedoch: Auch kompatible Paare sollten tauschen dürfen, weil sie so noch besser passende Nieren finden können und zugleich die Wartelisten entlasten.
Europas klimapolitisches Dilemma
09.03.2026, Frankfurter Allgemeine Zeitung
In ihrem Plädoyer beschreiben Christian Gollier, Axel Ockenfels und Catherine Wolfram, welche Stärken und Schwächen das momentane Emissionshandelssystem der EU hat. Europäische Alleingänge seien nicht dazu geeignet, die Klimakrise zu bewältigen. Die tatsächliche Effektivität der europäischen Klimapolitik solle demnach daran gemessen werden, wie erfolgreich sie Anreize zu internationaler Kooperation schafft und Trittbrettfahren verhindert.
Der globale Kohleverbrauch ist auf einem Rekordhoch
02.03.2026, Neue Zürcher Zeitung
Im Kampf gegen den Klimawandel haben sich einseitige Selbstverpflichtungen als unbrauchbar erwiesen. Axel Ockenfels erklärt, warum Egoismus vielversprechender ist als Altruismus und warum einseitiger Aktionismus nicht nur nicht zu den erwünschten Zielen führt, sondern sie sogar vereiteln kann.
Forschung wirkt für die internationale Klimakooperation
30.01.2026, UzK Website
Axel Ockenfels erklärt, wie er wirtschaftswissenschaftliche Grundlagenforschung gezielt in politische Entscheidungsprozesse einbringen und durch spieltheoretisch fundierte, praxisnahe Mechanismen internationale Klimakooperation wirksamer gestalten will.
The SDG’s core vision: an opportunity for development cooperation
14.01.2026, Development and Cooperation
Aufgrund der aktuellen globalen Herausforderungen sinkt die Bereitschaft für internationale Entwicklungszusammenarbeit vielerorts. Die Nachhaltigkeitsversprechen im Sinne der Agenda 2030 rücken immer weiter in den Hintergrund. Im diesem Artikel wird dargestellt, dass das Verständnis der SDGs viel zu zersplittert sei und individuelle Nachhaltigkeitsanstrengungen das Problem lediglich verschieben. Es braucht ein Verständnis von nachhaltiger Entwicklung als gemeinsame, globale Herausforderung. Denn, so Prof. Axel Ockenfels, der Klimawandel ist das „größte Kooperationsproblem der Menschheitsgeschichte“. Demnach ist eine Rückbesinnung auf den Kern der SDGs zentral für die Lösung: Durch internationale, sektorübergreifende Kooperation den Umwelt- und Klimaschutz mit wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung verbinden.
Max-Planck-Institut: Neuer Name, neuer Fokus
07.01.2026, General-Anzeiger Bonn
Der Bonner General-Anzeiger berichtet über die Umbenennung und den neuen Fokus des Max-Planck-Instiuts für Verhaltensökonomik.