Die europäische Klimapolitik, bisher auf einseitige Emissionssenkungen ausgerichtet, gerät unter wachsenden politischen und wirtschaftlichen Druck, während die USA unter Trump ihre Klimaregulierung zurückfahren und die öffentliche Unterstützung für Klimaschutz schwindet. Axel Ockenfels, Catherine Wolfram und Christian Gollier plädieren dafür, europäische Klimapolitik stärker auf internationale Kooperation auszurichten, um Wettbewerbsnachteile zu verringern und die Wirksamkeit von Maßnahmen zu erhöhen. Das EU-Emissionshandelssystem habe seit 2005 die Industrieemissionen fast halbiert. Der neue CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ermutigt zudem Exportländer, eigene CO2-Preise einzuführen, statt Abgaben an die EU zu zahlen. Ähnliche Mechanismen entwickeln bereits Australien, Großbritannien, Kanada und die Türkei – ein vielversprechender, aber noch fragiler Trend.