Axel Ockenfels

reinhard Selten

Prof. Dr. rer. pol. Axel Ockenfels (*1969) ist seit 2003 Professor für Volkswirtschaftslehre, Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts sowie seit 2004 Gründungsdirektor des Laboratoriums für Wirtschaftsforschung an der Universität zu Köln.

Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn, promovierte und habilitierte er an der Universität Magdeburg, unterbrochen von zwei Auslandsaufenthalten an der Penn State und der Harvard University.

Danach war er Emmy-Noether Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft, sowie Forschungsgruppenleiter am Max Planck Institut für Wirtschaftswissenschaft in Jena. 2005 erhielt er den mit 1,55 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 2006 den Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik. Ockenfels ist unter anderem Mitglied in der Nordrheinwestfälischen und Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

 

Forschungsschwerpunkte

Wie unterscheidet sich das Verhalten des homo oeconomicus von dem Verhalten des homo sapiens? Wie können Entscheidungsfallen vermieden werden? Wie müssen die Regeln komplexer elektronischer Märkte ausgestaltet werden?

Ockenfels versucht in seiner Forschung, Brücken zwischen moderner Wirtschaftstheorie und Praxis zu schlagen, und dadurch zugleich neue Ansätze für die Forschung und für die Praxis zu finden. Dabei beschäftigt er sich komplementär mit verhaltenswissenschaftlichen ('behavioral economics') und institutionellen ('Marktdesign') Aspekten ökonomischer Interaktion.

In seinen verhaltenswissenschaftlichen Arbeiten entwickelt Ockenfels neue Modelle ökonomischen Verhaltens, die den kognitiven Beschränkungen und sozialen Motivationen realer Entscheider Rechnung tragen. In Koautorenschaft mit Prof. Gary Bolton (Penn State University) hat Ockenfels etwa ein Verhaltensmodell entwickelt, das mit Hilfe spieltheoretischer Methoden scheinbar widersprüchliche Entscheidungsmuster − z.B. Reziprozität auf Arbeitsmärkten, Konkurrenzstreben bei oligopolistischem Wettbewerb und Fairness in Verhandlungen − auf ein einfaches, operables Verhaltensmotiv zurückführt. Das Modell hat sich in zahlreichen Anwendungen bewährt und dient als Grundlage vielfältiger Untersuchungen über den Einfluss sozialen Verhaltens und sozialen Kapitals auf strategische Interaktion.

Ockenfels kombiniert Spieltheorie, verhaltenswissenschaftliche Ansätze und experimentelle Techniken im Laboratorium und im Feld, um selbst hochkomplexe reale Institutionen gewissermaßen im 'Windkanal’'einer wissenschaftlich fundierten Analyse zugänglich zu machen. So hilft er beispielsweise im Energie- und Telekommunikationssektor, moderne Algorithmen für neue und verbesserte Marktplätze zu entwickeln.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt von Ockenfels – zum Teil in erfolgreicher Zusammenarbeit mit eBay – sind Fragen der optimalen Gestaltung von elektronischen Auktions- und Verhandlungsplattformen sowie Reputationsmechanismen. Auch hier demonstriert Ockenfels, wie ökonomische Forschung und Praxis voneinander lernen können.

 

Links

persönliche Homepage:
http://ockenfels.uni-koeln.de/

Kurzbiografie in wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Axel_Ockenfels